Praxis

Diphtherie

Mit freundlicher Genehmigung von Andreas Bachmair  www.impfschaden.info
Allgemeines

Bei der Diphtherie handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch eine Infektion der oberen Atemwege mit dem Gram-positiven Corynebacterium diphtheriae hervorgerufen wird. Gefürchtet ist das von diesen Erregern abgesonderte Exotoxin Diphtherietoxin, welches zu lebensbedrohlichen Komplikationen und Spätfolgen führen kann.
Emil Roux, ein Schüler von Loius Pasteurentdeckte 1889 das Dipherietoxin Die Bezeichnung wurde von Pierre Fidèle Bretonneau (1778-1862) als diphtherite in den medizinischen Sprachgebrauch eingeführt.

Die Diphtherie ist eine typische Infektionskrankheit, die meist nur bei geschwächten Menschen ins Kriegs-bzw. Notzeiten auftritt. In Deutschland kam es vor allem in und nach den beiden Weltkriegen zu einem rasanten Anstieg der Diphtheriefälle. Dies wurde vor allem durch schlechte Lebensbedingungen und Flüchtlingsströme begünstigt. 1925 gab es in Deutschland 40000 Erkrankungen und 1941 waren es 200000 Erkrankungen. Die Sterblichkeit lag zwischen 5 und 7%(Sitzmann F.C. u.and.: Impfungen -Aktuelle Empfehlungen. Hans Marseille, München 1998: 43)

Die Schwere und Ausgestaltung der Symptome, die zwei bis sechs Tage nach der Infektion auftreten, hängen ab von der Immunlage des Erkrankten. Sie ist differenzialdiagnostisch vom Pseudo-Krupp und von der Epiglottitis abzugrenzen.























Dr. Buchwald erwähnt, dass nach der Einführung der Diphtherieimpfung 1925 in Deutschland die Erkrankungszahlen bis Anfang des 2.Weltkrieges um 600% anstiegen. Nach dem Krieg wurde nicht mehr geimpft und die Zahlen gingen steil nach unten. Diese Entwicklung wurde kurz durch die Massenimpfaktion zwischen 1970 und 1978 unterbrochen. (Buchwald: Impfen, das Geschäft mit der Angst).Auch in der Schweiz gingen die Diphtheriefälle bereits vor Einführung der Impfung zurück. Die vor einigen Jahren in der Presse laut propagierte Gefahr aus dem Osten  , es würden vermehrt Diphtheriefälle wegen ungenügender Impfung eingeschleppt, sollte deshalb nicht zu hoch bewertet werden.

Der Rückgang der Diphtheriefälle kann also nicht der Einführung der Impfung zugeschrieben werden. Die Erkrankungszahlen hatten zum Beispiel in Schweden und den Niederlanden im Jahr 1944 ihren Höhepunkt erreicht. Doch obwohl 1939 in den Niederlanden Massenimpfungen einsetzten und in Schweden nicht geimpft wurde, war der Rückgang in beiden Ländern gleich gross.(Hoogendorn, over the difterie in Nederland, Bnd 1, 1948; Ericcson, Bull de IOIHP, Juli/Sept 1946, S. 616-618) Ähnliches gilt auch für die Schweiz, wenn man Kantone mit und ohne Impfpflicht vergleicht.

Nach einer vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragten Studie, haben 78,6% der erwachsenen Bevölkerung im Westen keinen oder nur einen ungenügenden Schutz vorDiphtherie(http://www.bmgs.bund.de/deu/gra/themen/forschung/2305_2590.php?navpos=rechts). Die Diphtherie tritt also nicht auf wegen einem angeblich hohen Impfschutz, sondern aufgrund der sozialen und hygienischen Verhältnisse in Deutschland.
Ein weiterer Vergleich: Vergleicht man die DTP-Impfraten von Deutschland , Litauen und Indien, so waren im Jahre 2000 in Deutschland 97%, in Litauen98% und in Indien 94% geimpft. (Diese hohen Impfraten gelten aber nur für Kinder und Jugendliche). Während in Deutschland kein Diphtheriefall gemeldet wurde, waren es in Litauen 264 und in Indien 3094.
(www.who.int)

Epidemien sind beim gegenwärtigen Lebensstandard in Deutschland nicht zu erwarten. Heute kommt die Diphtherie fast ausschliesslich in Ländern mit niedrigem Lebensstandard und schlechter medizinischer Versorgung vor. Nach dem Zerfall der Sowjetunion kam es durch den Zusammenbruch des öffentlichen Gesundheitswesens zu einer vorübergehenden Diphterieepidemie. Trotz des regen internationalen Reiseverkehrs kam es in den Nachbarländern zu keinem Anstieg der Diphteriefälle
(Martin Hirte: Impfen: pro und Contra S. 115)

Erreger


Erreger ist das Corynebakterium diphtheriae, welches über Tröpfcheninfektion oder über infizierte Gegenstände übertragen wird. Gefährdet sind nur Personen, deren Gesundheitszustand stark geschwächt ist. Also z.B. bei Hunger, ins Kriegsgebieten oder anderen Notsituationen oder bei Personen mit Immunschwäche.

Krankheitsbild

Die Verlaufsformen sind je nach Immunitätslage des Infizierten sehr unterschiedlich.

Die lokalisierte Diphtherie, Mandeldiphtherie, Rachendiphtherie geht nach einer Inkubationszeit von 3-5 Tagen  mit Abgeschlagenheit, Übelkeit, Hals- u. Schluckschmerzen, oft Bauch- u. Gliederschmerzen, selten Erbrechen einher; Manche Erkrankte zeigen überhaupt keine  Allgemeinerscheinungen. Anfangs leichtes, später ansteigendes Fieber.

Bei der Nasendiphtherie kommt es zu  behinderter Nasenatmung, Unruhe, gestörte Nahrungsaufnahme, serösem oder eitrigem blutigen Schnupfen. Die Nasendiphtherie tritt  bevorzugt bei Säuglingen und Kleinkindern auf.

Bei der Kehlkopfdiphtherie findet man einen bellenden Husten, zunehmende Heiserkeit, Aphonie.  Die Atmung ist erschwert mit einem pfeifenden Geräusch beim Einatmen.

Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu stark geschwollenen Mandeln und es bildet sich eine süsslich riechende, grau-weissliche Membran auf der Schleimhaut. Neben Halsschmerzen und Heiserkeit bestehen Husten, Fieber  und ein bellender Husten. Bei Ablösung dieser Membrane kann es zu Erstickungsanfällen kommen.

AEGIS Schweiz bemerkt hierzu, dass bei 90% der Erkrankten  die Diphtherie als leichte Rachenentzündung verläuft, und damit auch häufig nicht diagnostiziert wird(Emmenegger J., Petek-Dimmer A., Rund um's Impfen, AEGIS Schweiz)

Therapie

Schulmedizinisch wird Diphtherie mit  Antibiotika, Antitoxinen und Immunglobulinen behandelt. Je nach Komplikationen kommen intensivmedizinische Massnahmen(Schrittmacher, Tracheotomie...) hinzu.
 

Komplikationen

Das Diphtherie Bakterium produziert einen Giftstoff, der zu Lähmungen des Herzmuskels oder einer Myokarditis (Herzmuskelentzündung) und eine Polyneuritis (Nervenentzündung), sowie Schäden der Leber, Nieren und Nerven (auch Hirnnerven) führen kann. Durch Loslösen der Membrane besteht akute Erstickungsgefahr.

So mussten während der Diphtherie-Epidemie 1995 in Kirgisistan 656 Patienten stationär behandelt werden, wobei von diesen bei 22 % eine Herzmuskelentzündung und bei 5 % eine Polyneuritis diagnostiziert wurde.


 

Immunität

Nach Durchmachen der Krankheit besteht keine Immunität.

Impfstoff

Die Diphtherie-Impfung wird heute meist im Rahmen der 5- bzw. 6-fach Impfung oder zusammen mit Tetanusimpfung verabreicht. Beim Impfstoff handelt es sich um entgiftetes Diphtherietoxin. Dieses ist wie das Tetanustoxin an Aluminiumhydroxid gebunden. Hinzu kommen je nach Hersteller und Kombination mit anderen Impfstoffen Thiomersal, Phenoxyäthanol usw.

Der Impfstoff für Säuglinge enthält wesentlich mehr Toxine, da ihr Immunsystem noch nicht völlig ausgereift ist und damit mehr Toxin benötigt, um angeblich Antikörper gegen das Diphtherietoxin zu bilden. Ab dem ersten Lebensjahr kann jedoch ein niedrig dosierter Impfstoff verwendet werden.

Hier muss darauf hingewiesen werden, dass der menschliche Körper gegen Gifte nur eine Toleranz, aber keine Immunität entwickeln kann. Ansonsten wäre der Mensch gegen alle Gifte, die wir täglich mit der Nahrung zu uns nehmen immun und würde selbst hohe Dosen von Schwermetallen immunologisch abwehren. Dies trifft jedoch nicht zu. Da es sich beim Diphtherietoxin auch um ein Gift handelt, ist die Bildung von Antikörpern, die den Körper vor der "Vergiftung" schützen sollen, deshalb mehr als fraglich.

Wirksamkeitsstudien zur Diphtherieimpfung wurden übrigens  bisher nicht durchgeführt ( Plotkin Orenstein, Vaccines, Saunders Press, 3rd ed 1999; Kollaritsch H., Leitfaden für Schutzimpfungen, Springer 2000). Die Wirksamkeit wird damit begründet, dass seit Einführung der Impfung die Erkrankungsfälle stark zurückgegangen sind. Die Erkrankungsfälle waren aber bereits vor Einführung der Impfung im Rückzug begriffen.

Immunität

Der Impfstoff schützt nicht vor einem Befall mit dem Diphteriebakterium, sondern soll nur gegen das von den Bakterien gebildete Toxin schützen. Geimpfte Personen können deshalb Träger des Diphteriebakteriums sein.

Die Wirksamkeit des Impfstoffes ist aber umstritten. Es traten nämlich immer wieder Diphtherieepidemien bei gut durchgeimpften Populationen auf. Ein hoher Antikörpertiter kann nicht als Nachweis für einen hohen Schutz herangezogen werden

Impfkomplikationen und Impfschäden

Neben örtlichen Reaktionen(Schmerzen, Rötung und Schwellung der Einstichstelle), Fieber, Hals und Schluckbeschwerden, können auch schwerere Impfreaktionen vorkommen. Beschrieben werden in der Literatur weiterhin: Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems, einschließlich Lähmungen bis hin zur Atemlähmung (GBS), Thrombozytopenie, allergische Erkrankungen der Nieren und Krampfanfälle. Das Diphtherietoxoid kann ferner Probleme mit dem Herzen, wie Herzvergrösserung, oder eine Entzündung des Herzens verursachen(Helle EPJ, et al, AM Clin RES; 10:280-287, 1977).In Einzelfällen kann es zu einem allergisch toxischem Gefässschaden mit Haut und Schleimhautblutungen kommen.(Quast, U. Impfreaktionen. Hippokrates Verlag (2. Auflage) 1997)
Welcher Impfstoff(bei Mehrfachimpfungen letztendlich zu den Komplikationen führt, kann nicht sicher gesagt werden. Nach Manssor treten z.B. Beschwerden an der Impfstelle fünfmal häufiger auf, wenn statt der Tetanusimpfung allein die Kombination mit Diphtherie gegeben wird.(Manssor, O. Pillans, P.I. Vaccine adverse events reported in New Zealand 1990-1995. N Z. Med J. 1997, 110(1048): 270-272)

Die Impfung darf keinesfalls subkutan verabreicht werden, da es in diesen Fällen zu starken Lokalreaktionen mit Bildung von
Zysten, Granulomen und sterilen Abzessen kommen kann.(Martin Hirte: Impfen: pro und Contra S. 117)


Neurologische Erkrankungen

In seltenen Fällen kann es zu einer Überreaktion auf das Diphtherietoxid kommen, die an den Blutgefässen des Nervensystems abläuft und zu Lähmungen, Krampfanfällen oder Enzephalitis führen kann (Ehrengut: Neurale Komplikationen nach Diphtherie Schutzimpfung und Impfungen mit Diphtherietoxoid Mischimpfstoffen. Betrachtungen zur Ätiopathogenese(Deutsche medizinische Wochenschrift 1986 juni 13)

Langzeitfolgen von Impfungen sind leider nicht untersucht.(Martin Hirte: Impfen: pro und Contra S. 119)