Praxis

Patienteninformation zur Homöopathie

Die Homöopathie hat einen ganzheitlichen Ansatz und sie fördert oder unterstützt die körpereigenen Heilkräfte. Die klassisch arbeitenden Homöopathen trennen nicht Geist und Körper. Psyche und Soma. Für viele Patienten ist es verständlich, wenn ich ein Beispiel einer Trennung oder einer Beleidigung anführe. Gesprochene Worte tun oft weh, im Bauch, im Magen, im Wohlgefühl und doch gab es keinen Anlass wie ein Fausthieb oder verdorbenes Essen auf der reinen körperlichen Ebene aber es fühlt es sich oft so an. Man Psyche und Körper nicht getrennt voneinander betrachten. Haben Sie schon mal über Fußreflexzonen nachgedacht? Oder sind zu ihrem HNO Arzt gegangen, weil der Fuß schmerzt? Es gibt etliche Beispiele, die uns die Komplexivität des menschlichen Körpers beschreiben können. Wir kennen viele davon.

Der Mensch ist ein komplexes Gebilde und kann durch Fachärzte oder Therapieformen, die nur einen Teil des Körpers betrachten auch nur begrenzt behandelt werden .


Ein Grundsatz der homöopathischen Therapie lautet, daß jeder Mensch einzigartig ist und so ist es wichtig, sich während der Therapie Zeit zu nehmen, die einzelnen Symptome und Schichten einer pathologischen Störung genau aufzudecken. Dies verlangt auch vom Patienten nicht selten Geduld und Konsequenz.


Die wichtigste Voraussetzung, um das richtige homöopathische Mittel zu finden, ist eine sehr intensive und genaue Befragung des Patienten. Besonders beachtet werden dabei die ganz persönlichen Symptome und Reaktionsweisen des Patienten. Die erste Konsultation bei einem klassisch arbeitenden Homöopathen dauert daher oft 2-3 Stunden.


Berücksichtigt werden hierbei z.B. auch so scheinbar unwichtige Dinge wie Nahrungsmittelverlangen, – abneigungen oder Unverträglichkeiten, Wetterfühligkeiten und Temperaturverhalten, Besonderheiten beim Schlaf und der Schlaflage, wiederkehrende Träume und natürlich auch die psychische Verfassung. Wichtig sind auch Medikamente oder Nahrungsergänzungsprodukte, die Sie ab und zu oder auch regelmäßig einnehmen (auch Salben, Cremes und Puder), sowie auch andere Therapieformen, die sie eventuell neben der homöopathischen Behandlung besuchen wollen, wie Psychotherapie, Akupunktur, Massagen oder Krankengymnastik usw.


Ihr erster Termin (Erstanamnese)
wird daher etwa 2-3 Stunden dauern und muss danach oft noch nachbearbeitet werden, bevor das für Sie passende Mittel gefunden werden kann.

Meist wird nach ca. 4 - 8 Wochen ein neuer Gesprächstermin vereinbart. Für dieses Gespräch benötigt man in der Regel etwas eine Stunde. Alle Veränderungen und Reaktionen werden gemeinsam besprochen und festgehalten, und anhand dessen wird beurteilt, ob und wie Sie auf das Mittel reagiert haben. Bei diesem zweiten Besuch wird entschieden, ob das Arzneimittel noch einmal genommen werden muss, ob ein anderes Mittel angezeigt ist oder ob einfach noch abgewartet werden sollte, da das Mittel noch wirkt.

Bei akuten Beschwerden vitaler Patienten (bei Kindern z.B.) kann die Heilung innerhalb von Stunden (oft sogar Minuten) stattfinden. In den meisten chronischen Fällen jedoch dauert es ein paar Monate, manchmal sogar Jahre. Es gibt aber auch Beschwerden, die durch die Homöopathie nicht ganz und gar geheilt werden können. Trotzdem kann hier eine homöopathische Behandlung sehr sinnvoll sein, da der allgemeine Gesundheitszustand verbessert wird. Die Energie, der Schlaf, die Stimmung werden besser.


Zur Einnahme der homöopathischen Mittel

  1. Nehmen Sie das für Sie ausgesuchte homöopathische Mittel bitte abends, unmittelbar vor dem Zubettgehen ein.

  2. Bitte nehmen Sie 1/2 Stunde vor und nach der Einnahme weder etwas zu trinken noch etwas zu essen zu sich. Auch das Zähneputzen sollte mindestens 1/2 Stunde vor Mitteleinnahme erfolgen.

  3. Bitte schlucken Sie das Mittel nicht direkt hinunter. Lassen Sie es möglichst lange im Mund auf oder unter der Zunge zergehen, so dass es über die Mundschleimhaut aufgenommen werden kann.


Bitte beachten Sie, dass bestimmte Stoffe die Wirkung eines homöopathischen Mittels blockieren bzw. dem entgegenwirken können. Dies geschieht zwar nicht zwangsläufig, doch kann es durchaus sein, dass der Gebrauch dieser Stoffe einen sofortigen Rückfall in die alten Beschwerden verursacht. Darum raten wir grundsätzlich, sofern möglich, von der Einnahme dieser Stoffe ab:

Zu den häufigsten Störfaktoren zählen:

  • Jede Art von KAFFEE, Cola (auch koffeinfrei), Cappuccino, Espresso etc. ERLAUBT ist Getreidekaffee wie z. B. CARO

  • Pfefferminze, Menthol, Kampfer, Kamille oder andere stark wirkende ätherische Öle wie z.B. Eukalyptus (Achtung: Saunaaufguss, Badezusätze, Bonbons, Kaugummi etc.)

  • Drogen wie z.B. LSD, Kokain, Haschisch ect.

  • Narkosen oder örtliche Betäubungen, wie sie z.B. auch beim Zahnarzt angewandt werden

  • Alkohol

  • Röntgenuntersuchungen.



Sollten Sie doch einmal einen oder mehrere von diesen Stoffen eingenommen bzw. erhalten haben, teilen Sie mir dies bitte mit.


Auch längere Urlaubsreisen ins Ausland teilen Sie mir bitte mit.

Einnahmehinweis / Beipackzettel
Ein neues Gesetz besagt, dass ALLE Medikamente aus Apotheken Beipackzettel mit Dosierungsempfehlung enthalten sollen. Für homöopathische Mittel kann es solche pauschalen Vorgaben nicht geben. Auf welche Weise Sie Ihr individuelles Mittel am besten einnehmen (wann, wie viel, wie oft etc.), erfahren Sie von Ihrem/r behandelnden Homöopathen/in.

Oft darf ein homöopathisches Arzneimittel nach einer einzigen Gabe in Hochpotenz erst nach Wochen oder Monaten wiederholt werden, damit der bereits angeregte Heilungsprozess nicht gestört wird. In anderen Fällen kann eine sehr viel häufigere Dosierung erforderlich sein. Jede regelmäßig fortgesetzte Einnahme jedoch muss in ihrer Wirkung genau beobachtet werden!

Die Homöopathie heilt sanft und ohne Nebenwirkungen. Doch ein zu lange fortgesetzter oder eigenmächtiger Gebrauch homöopathischer Arzneimittel kann die Wirksamkeit beeinträchtigen oder sogar unerwünschte Reaktionen hervorrufen!

Kontakt und Rücksprache
Bei neuen oder unbekannten Beschwerden, bei starken Schmerzen und in akuten Fällen, und verändertem Beschwerdenbild sollten Sie unanhängig von ihrem nächsten Termin mit mir Kontakt aufnehmen, vor allem dann, wenn Ihr Arzneimittel zur regelmäßig wiederholten Einnahme verschrieben wurde. Wir werden dann gemeinsam über das weitere Vorgehen entscheiden. Meine Handynummer ist meinen Patienten bekannt.

Lagerung und Aufbewahrung der homöopathischen Mittel
Bitte lagern Sie Ihre Mittel nicht

  • in der Nähe stark riechender Substanzen (Parfüm- oder Kühlschrank)

  • in der Nähe von Strahlungsquellen (Handy, Fernseher, Radio, Computer, Mikrowelle)

  • an Orten mit direkter Sonneneinstrahlung oder großer Wärme


Hinweise zur fraktionierten Einnahme eines Akutmittels
2 Kügelchen (Globuli) des ausgewählten Mittels bitte auf die folgende Weise einnehmen:

  1. Die Kügelchen in ein halbes Glas reinen Leitungswassers geben.

  2. Mit einem Plastiklöffel (kein Metall!) einige Male umrühren.

  3. Dann ein Löffelchen dieses Wassers einnehmen. Wie die reinen Globuli bitte nicht gleich herunterschlucken, sondern möglichst lange im Mund behalten, damit es von der Mundschleimhaut optimal aufgenommen werden kann.

  4. Vor jeder erneuten Einnahme 10 x umrühren.


Benutzen Sie bitte das gleiche Wasser (kann problemlos einige Tage verwendet werden), schütten Sie es nicht nach der ersten Einnahme weg!
Der Rührvorgang dient dazu, die Potenz des Mittels bei jeder Einnahme etwas zu erhöhen.
Bitte stimmen Sie die Häufigkeit und Dauer der Einnahme mit mir ab.


Bei deutlicher Besserung der Symptome die Einnahme zunächst reduzieren, dann aussetzen.


Für Akute Geschehen ist die Anschaffung einer homöopathischen Hausapotheke wichtig. Gern teile ich Ihnen die nötigen Mittel in der Praxis mit.